Die Spielregeln von Pam Pam Pam
Die Spielregeln von Pam Pam Pam basieren auf einem geschlossenen, sechsphasigen Zyklus – vom Erkennen über die körperliche Handlung bis zur Rückmeldung. Die Regeln geben einen vorhersehbaren, sicheren Rahmen: das Kind weiß genau, was als Nächstes kommt.
Das Ziel
Auf jeder Karte sind farbige Symbole zu sehen – und die mathematische Regel garantiert, dass zwischen je zwei Karten genau ein Symbol übereinstimmt: in Farbe, Form und Wert gleichermaßen. Deine Aufgabe: diese eine Übereinstimmung finden, deine Scheiben legen und die Lösung validieren.
Wer die meisten Karten sammelt, gewinnt.
Die Werkzeuge
Die Spielrunde – sechs Phasen, in jeder Runde
Jede Runde folgt denselben sechs Schritten.
PHASE ①
Austeilen
Jeder Spieler erhält eine verdeckte Karte – das wird die eigene Karte. Der Nachziehstapel wird offen in die Tischmitte gelegt. Der Spielmeister gibt das Startsignal: alle drehen ihre eigene Karte gleichzeitig um. Vor dem Umdrehen ruhen die Hände am Tischrand oder auf den Knien.
PHASE ②
Erkennen
Du vergleichst deine eigene Karte mit der obersten Karte des Nachziehstapels. Das Ziel: das einzige Symbol finden, das auf beiden Karten übereinstimmt – in Farbe, Form und Wert.
PHASE ③
Inhibition – die Stille Zone
Die wichtigste Regel des Spiels. Im Moment des Erkennens ist es verboten, hineinzurufen. Der Impuls muss zurückgehalten und das Erkennen in eine körperliche Handlung – die Scheibenplatzierung – übersetzt werden. Bei Kindern mit vokalen Tics oder Tourette-Syndrom sind unwillkürliche Lautäußerungen kein Regelverstoß.
PHASE ④
Planung und Ausführung (Motorische Handlung) – die Scheibenplatzierung
Vom Scheibentablett wählst du die drei Scheiben aus: Farbscheibe, Formscheibe, Wertscheibe. Du legst sie in fester Reihenfolge – Farbe–Form–Wert – auf den Antwortstreifen, entsprechend deiner eigenen Schreib-Lese-Richtung. Das ist der Kern der Erzwungenen Verzögerung.
PHASE ⑤
Validierung – das Stopp-Signal
Wenn du fertig bist, nimmst du den Streifen ab und legst ihn auf den Tisch. Du signalisierst „Stopp!“ – die anderen halten inne. Es gibt zwei Arten der Validierung, beide gleichwertig: mündlich („Rot, Kreis, Fünf!“) oder ohne Lautsprache (nur Streifen, Streifen + Zeigen oder Streifen + Zeigen + „Pam Pam Pam“ – gesprochen oder über ein UK-Hilfsmittel). Bei der mündlichen Validierung müssen die drei Eigenschaften benannt werden – ein allgemeiner Ausruf („Ich hab’s!“, „Hier!“) ist ungültig.
PHASE ⑥
Gewinnen der Karte
Wenn der Streifen korrekt ist, nimmst du die oberste Karte des Nachziehstapels – sie wird deine neue eigene Karte. Danach legst du die Scheiben zurück auf das Scheibentablett.
Brett-Reset – was passiert bei einem Fehler?
Umgang mit Hineinrufen
Vereinfachter Modus
Für Anfängergruppen. Wer hineinruft, legt seine Scheiben zurück und beginnt still von vorn. Folge: Zeitverlust.
Strenger Modus
Im fortgeschrittenen oder Wettkampf-Kontext. Wer hineinruft, setzt diese Runde aus – Hände an den Tischrand. Eine Karte wird nicht abgegeben.
Der Sieg
Das Spiel läuft, bis der Nachziehstapel aufgebraucht ist. Alle zählen die gesammelten Karten – wer die meisten hat, gewinnt. Bei Gleichstand spielen die Beteiligten eine zusätzliche Partie.
Die Validierung – die Scheiben sprechen
Sprechfähigkeit entscheidet nicht über den Erfolg. Die Reihenfolge der Scheiben trägt die Information – das Ablegen des Antwortstreifens ist für sich allein vollständige Kommunikation.
Die drei Kommunikationsebenen sind gleichwertig:
Ebene 1 – nur Streifen (niedrigste Schwelle)
Ebene 2 – Streifen + Zeigen (intentionales Teilen)
Ebene 3 – Streifen + Zeigen + „Pam Pam Pam“ (gesprochen oder per UK)

Drei Dimensionen – wie ein Mischpult
Das Kind spielt stets auf seinem eigenen Niveau – es nähert sich der Herausforderung vom Erfolgserlebnis aus.
Scheibenvorrat
Leichter: nur die nötigen Scheiben. Schwerer: auch Distraktoren kommen hinzu.
Deckgröße
3 Symbole (7 Karten): Einstieg. 5 Symbole (21 Karten): für Familien. 6+ Symbole: fortgeschritten.
Abstraktionsebene
Punkt → arabische Ziffer → römisch → Schachfigur → Morsecode. Eine andere kognitive Herausforderung.
